Ich bin Imkermeisterin und meine größte Leidenschaft sind meine Bienen.
Die Faszination für Honigbienen hat bei mir aber schon viel früher begonnen, als ich etwa 11 Jahre alt war. Damals fing meine Mutter an, einige Bienenvölker als Hobby zu halten, und brachte mir immer öfter Honigwaben direkt aus dem Volk mit, die ich mit vollem Genuss und Begeisterung entgegennahm.
Mit 16 Jahren war mein Wunsch nach einem eigenen Volk so groß, dass meine Mutter eines ihrer Völker teilte und den Ableger in unseren Garten stellte. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt schon viel Erfahrung gesammelt, und ich hatte das große Glück, von Anfang an alles von ihr lernen zu können – bis ich schließlich die Imkerei von ihr übernehmen durfte.
Meine Mutter war immer dabei, wenn ich stolz und zu Beginn im Schneckentempo mein Volk bearbeitete. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich damals jegliches Zeitgefühl verloren habe, wenn ich bei meinen Bienen war – und sie mich oft ermahnt hat, schneller zu arbeiten, damit das Volk nicht so lange geöffnet ist.
Ich wurde tatsächlich auch sehr lange gar nicht gestochen und hatte den verrückten Gedanken, dass dies vielleicht nie passieren würde. Heute kann ich die Stiche, die ich in meinen Imkerjahren bekommen habe, natürlich nicht mehr zählen.
In der Schule entschied ich mich, meine Vorwissenschaftliche Arbeit dem Bienensterben zu widmen, und lernte dadurch zum ersten Mal auch etwas über die Imkerei in anderen Ländern.
Im Zuge meines Bachelorstudiums an der Universität für Bodenkultur Wien musste ich ein Praktikum absolvieren – und mir wurde angeboten, dieses in einer Erwerbsimkerei in der Königinnenzucht zu machen. Dort bin ich auch die darauffolgenden Jahre geblieben, durfte sehr viel lernen und natürlich zahlreiche Weiselzellen (Königinnenzellen) und Königinnen produzieren.
Eines Arbeitstages gab es internationalen Besuch von einem Imker aus Australien. Dieser lud mich ein, ihn und seine Frau in Australien zu besuchen und dort in seiner Imkerei mitzuarbeiten.
In den folgenden zwei Jahren verbrachte ich meine Uni-Sommerferien in Australien und lernte die Imkerei von einer ganz anderen Seite kennen.
Noch während meines Studiums absolvierte ich die Facharbeiterausbildung an der Imkerschule Wien und anschließend die Meisterausbildung an der Imkerschule Warth in Niederösterreich.
Heute betreue ich 30 eigene Bienenvölker rund um Schwechat. All meine Erfahrungen – von den ersten Waben aus Mamas Bienenstöcken bis nach Australien – stecken in jedem Glas Honig, das ich abfülle.